Hintergrund - etwas Journalistik

Journalismus findet mehr und mehr online statt und wird immer öfter mobil rezipiert. Die technische Vermittlung ist so selbstverständlich geworden, dass es fast scheint, als würde sich der Begriff des „Online-Journalismus“ auflösen, wenn journalistische Inhalte zunehmend online, digital und crossmedial vorliegen und mobil genutzt werden.

Gleichzeitig findet eine Entgrenzung – manche sagen auch: eine Deprofessionalisierung – von Journalismus statt. Die medial vermittelte Öffentlichkeit zerfällt in eine Vielzahl von Teilöffentlichkeiten und Teiljournalismen. Darin spielen nichtprofessionelle mediale Inhalte eine immer größere Rolle. Konsequenterweise stellt sich die Frage nach den grundlegenden Funktionen von medial vermittelten Öffentlichkeiten und Teilöffentlichkeiten neu.

Die medienspezifischen Leistungen des Internets sind theoretisch gut erarbeitet. Christoph Neuberger et al. halten fest: „Im Vergleich zu Zeitung, Zeitschrift, Hörfunk und Fernsehen verfügt das Internet über deutlich mehr Optionen“ (Neuberger, Nuernbergk und Rischke, Journalismus im Internet. Profession - Partizipation - Technisierung, 2009, S. 23). Neuberger beschreibt sie kurz wie folgt:

  • Integration von Kommunikationstypen und flexibler Rollentausch (Sozialdimension)
  • Auflösen von Medien- und Angebotsgrenzen (Kanal- und Zeichendimension)
  • Flexibilität in der Raum- und Zeitdimension. (Neuberger, Nuernbergk und Rischke, 2009, S. 24-26).

Laien und professionelle Journalisten arbeiten danach komplementär. (Neuberger, Nuernbergk und Rischke, 2009, S. 76) Das ist aber längst nicht alles: „Profession, Partizipation und Technik schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern können einander in Hybridangeboten auch durchdringen.“ (Neuberger, Nuernbergk und Rischke, 2009, S. 79). Die Herausgeber des Standardwerks leiten daraus weitreichende Folgen für die kommunikationswissenschaftliche Untersuchung dieser Verschränkung und Durchdringung ab. Eine Trennung zwischen Journalismus- (bzw. der Kommunikator-) und Rezipientenforschung ist demnach kaum mehr möglich.

Zum Weiterlesen:

Hooffacker, G. & Lokk, P. (2016). Online-Journalisten – wer, wie, was, und wenn ja, wie viele? In G. Hooffacker, & C. Wolf, Technische Innovationen - Medieninnovationen? Wiesbaden: Springer VS.

Kenntemich, W. (2008). Content first. Der transmediale Prozess und die journalistische Qualität. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung. Download (PDF)

Neuberger, C. Nuernbergk, C. & Rischke, M. (Hrsg.). (2009). Journalismus im Internet. Profession - Partizipation - Technisierung. Wiesbaden: Springer VS.

Primbs, S.: Social Media für Journalisten (2015). Journalistische Praxis, Wiesbaden: Springer VS.

Staschen, B.: Mobiler Journalismus (2017). Journalistische Praxis, Wiesbaden: Springer VS.

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